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Montag, 24. August 2026

Haushalt 2027: Mehr Geld für IT des Bundes, Dämpfer bei Digitaler Souveränität

Der Regierungsetatentwurf sieht 1,44 Milliarden Euro für das Digitalministerium vor. Trotz Plus drohen beim Verwaltungsumbau und KI-Projekten finanzielle Einbußen.

Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 liegt vor und setzt im Einzelplan 24 spürbare finanzielle Akzente für das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Auf den ersten Blick dürfen sich Digitalpolitiker und Verwaltungsmodernisierer über ein deutliches Plus freuen: Das Budget des Ressorts steigt im Vergleich zum Vorjahr von 1,36 Milliarden Euro um rund 84,6 Millionen Euro auf insgesamt etwa 1,44 Milliarden Euro. Doch eine differenzierte Betrachtung der Zahlen zeigt ein vielschichtiges Bild zwischen gewachsenem Investitionsdruck in der Bundes-IT, Umschichtungen, strukturellen Sparvorgaben und einer starken Abhängigkeit von Mitteln außerhalb des regulären Kernhaushalts.

Innerhalb des Etats verschieben sich die Ausgabenstrukturen signifikant. Den größten Posten im Regierungsentwurf bilden die sächlichen Verwaltungsausgaben, die von bisher 448,3 Millionen Euro kräftig auf rund 588 Millionen Euro aufgestockt werden. Auch die Personalausgaben erfahren einen deutlichen Sprung von 42,9 Millionen Euro auf 76,8 Millionen Euro, was den gewachsenen Personalbedarf und den Ausbau der ministeriellen Strukturen widerspiegelt. Dagegen bleiben die Zuweisungen und Zuschüsse mit rund 543,3 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 547,5 Millionen Euro, listet Heute im Bundestag auf. Die Investitionen im Kernhaushalt steigen marginal von 321 Millionen auf 326,2 Millionen Euro an.

Ein auffälliges Novum im Einzelplan 24 ist eine global veranschlagte Minderausgabe von 90 Millionen Euro für Effizienzmaßnahmen, die das Ministerium durch interne Einsparungen erst noch erwirtschaften muss. Zudem brechen die Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre massiv ein: Sie belaufen sich für 2027 nur noch auf rund 382,5 Millionen Euro, nachdem sie 2026 noch bei beeindruckenden 1,78 Milliarden Euro gelegen hatten – ein Indiz dafür, dass langfristige Neuprojekte im Kernetat derzeit verhaltener aufgelegt werden.

Der unangefochtene Schwerpunkt des Budgets liegt auf der Absicherung und Modernisierung der eigenen Systeme des Bundes. Mit knapp 1,09 Milliarden Euro fließt der Löwenanteil des Kapitals in die IT-Infrastruktur des Bundes (Kapitel 2402), was einem Aufwuchs von rund 130 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Fundament dieser Aufwendungen bildet unverändert der Schutz der informationstechnischen Systeme mit rund 501 Millionen Euro. Für die Umsetzung der IT-Konsolidierung Bund, die auf Basis des Deutschland-Stacks einheitliche Cloud-, Kommunikations- und Verwaltungslösungen sowie standardisierte IT-Arbeitsplätze für die Bundesverwaltung bereitstellen soll, sind 219,7 Millionen Euro vorgesehen.

Ergänzend wird erstmals die IT-Betriebskonsolidierung Bund mit rund 154,6 Millionen Euro im Einzelplan ausgewiesen. Ziel ist es, cloudfähige Serverlösungen der unmittelbaren Bundesverwaltung auf standardisierten virtuellen Servern der Bundescloud 2.0 in den Rechenzentren des Informationstechnikzentrums Bund zusammenzuführen. Die allgemeine IT des Bundes schlägt mit 210,8 Millionen Euro zu Buche, wovon unter anderem 77,8 Millionen Euro auf KI-Governance und digitale Basisdienste entfallen, 56,6 Millionen Euro auf die Föderale IT-Kooperation und 24 Millionen Euro auf das Plattformökosystem für Genehmigungsverfahren. Neu im Tableau ist ein Posten von sechs Millionen Euro für die Steuerung der Cybersicherheit.

Während die eigene IT-Infrastruktur ausgebaut wird, müssen gesellschaftlich und wirtschaftlich adressierte Segmente Dämpfer hinnehmen. Das Kapitel für Digitalpolitik, digitale Innovationen und Konnektivität (Kapitel 2401) schrumpft um rund 14,1 Millionen Euro auf 208,4 Millionen Euro. Innerhalb der digitalen Innovationen sinken die Mittel für souveräne Dateninfrastrukturen, Datenverfügbarkeit und KI von 89 Millionen auf 81,2 Millionen Euro. Auch der Titel für digitale Souveränität und Ökosysteme digitaler Innovationen, der unter anderem die Sovereign Tech Agency finanziert, verzeichnet einen leichten Rückgang auf 28,3 Millionen Euro.

Ein positives Signal gibt es dagegen bei den Zuschüssen für innovative KI-Anwendungen, die von 26 Millionen auf 35,2 Millionen Euro klettern. Zurückhaltender fällt die Förderung neuer softwaregesteuerter Netztechnologien mit insgesamt 23,4 Millionen Euro aus. Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft muss eine Reduzierung ihrer Verwaltungsausgaben von 20 auf zwölf Millionen Euro verkraften, während die Mittel für das Gigabitbüro unverändert bei 3,6 Millionen Euro liegen. Nahezu konstant zeigt sich auch das Kapitel Staatsmodernisierung und Bürokratierückbau mit 62,9 Millionen Euro, aus dem unter anderem das Zentrum für Legistik sowie der Effizienzfonds der Modernisierungsagenda finanziert werden.

Dass die Digitalisierung in Deutschland trotz der verhaltenen Dynamik im Kernhaushalt vorankommen könnte, liegt vor allem an den massiven Finanzmittelreserven außerhalb des Einzelplans 24. Im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) stehen in der Titelgruppe Investitionen in die Digitalisierung 2027 insgesamt beeindruckende 9,04 Milliarden Euro bereit. Das BMDS bewirtschaftet davon direkt sechs Titel mit einem Volumen von rund 3,75 Milliarden Euro – eine deutliche Steigerung gegenüber den 3,11 Milliarden Euro des Jahres 2026, abgesichert durch weitere 3,14 Milliarden Euro an Verpflichtungsermächtigungen. Den größten Einzelposten bildet hierbei die Förderung des flächendeckenden Breitbandausbaus, die von 2,26 Milliarden auf rund 2,61 Milliarden Euro aufgestockt wird. Die Förderung des Mobilfunkausbaus sinkt leicht auf 150 Millionen Euro.

Prägnant ist der Aufwuchs bei den Investitionen in die Digitalisierung der Verwaltung aus dem Sondervermögen. Der Ansatz für die Titelgruppe Bürgerkonto, Infrastruktur und KI in Verwaltung und Wirtschaft verdoppelt sich beinahe von 256 Millionen auf rund 495 Millionen Euro. Für die IT-Transformation und Dienstleistungen werden knapp 200 Millionen Euro bereitgestellt, nachdem es 2026 lediglich 45 Millionen Euro waren. Diese Steigerungen resultieren jedoch primär aus der Nachveranschlagung im Jahr 2025 nicht abgeflossener Mittel sowie einer realistischeren Anpassung an prognostizierte Mittelabflüsse. Für die Implementierung des europäischen Identitätsökosystems und der EUDI-Wallet stehen verlässliche 155 Millionen Euro zur Verfügung, während die Budgetierung für die Modernisierung der Registerlandschaft von 194 Millionen auf rund 146,8 Millionen Euro zurückgeht.

Wie ist dieser Budgetentwurf nun zu bewerten, und schafft er die Wende für Deutschlands Digitalisierung? Die Antwort fällt gemischt aus. Positiv ist unstrittig, dass der Bund mit der konsequenten Aufstockung für die IT-Infrastruktur, die Bundescloud 2.0 und den Breitbandausbau technologische Fundamente stärkt. Das Bekenntnis zu verlässlicher Cyber-Sicherheit und die Aufstockung der Mittel für praktische KI-Anwendungen setzen richtige Schwerpunkte. Auch die Bereitstellung immenser Finanzmittel im SVIK-Sondervermögen für Verwaltungsleistungen zeigt, dass der politische Wille vorhanden ist, bestehende Rückstände bei OZG-Folgeprojekten und Bürgerkonten abzutragen.

Kritisch bleibt jedoch die Tatsache, dass das scheinbare Plus der Verwaltungsdigitalisierung zu weiten Teilen auf Reste früherer Jahre zurückgeht – ein deutliches Zeichen dafür, dass das Nadelöhr in Deutschland selten das Geld an sich ist, sondern vielmehr komplizierte Beschaffungswege, behördliche Silos und langwierige Umsetzungsprozesse. Wenn nicht abgeflossene Mittel aufgetürmt und nachveranschlagt werden müssen, fehlt es an der Durchsetzungskraft vor Ort. Zudem schmerzt der Sparstift bei der digitalen Souveränität und den Dateninfrastrukturen, ausgerechnet in einer Phase, in der geopolitische Abhängigkeiten verringert werden müssten.

Die globale Minderausgabe von 90 Millionen Euro erzeugt zusätzlichen Rechtfertigungsdruck im BMDS. Der Haushaltsentwurf 2027 liefert so zwar ein robustes finanzielles Fundament und verhindert Stillstand. Ein dynamischer Befreiungsschlag für den digitalen Staat sähe indes anders aus. Ob die Digitalisierung schneller vorankommt, entscheidet sich 2027 weniger an der Höhe der Zahlen im Einzelplan als vielmehr an der Umsetzungsgeschwindigkeit der Verwaltung.

Stefan Krempl

Sonntag, 14. Juni 2026

Gigabitförderung: Bundesrat fordert mehr Geld für Glasfaser

Die Länderkammer verlangt eine deutliche Aufstockung der Bundesmittel beim Gigabitausbau, während Teile der TK-Branche staatliche Geldspritzen eher skeptisch sehen.


Der flächendeckende Ausbau von schnellen Glasfasernetzen gilt als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben für die deutsche Infrastruktur. Doch wer für die Kosten aufkommt und wie effizient die staatliche Unterstützung tatsächlich ist, sorgt immer wieder für politischen Zündstoff. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am Freitag eine Entschließung gefasst, in der er die Bundesregierung nachdrücklich auffordert, die finanzielle Beteiligung des Bundes am Breitbandausbau substanziell anzuheben. Konkret im Visier der Länderkammer steht die Gigabit-Richtlinie 2.0 des Bundes. Deren aktuelle Konditionen sind aus Sicht der Länder völlig unzureichend, um den digitalen Wandel insbesondere im ländlichen Raum voranzutreiben.

Nach der aktuellen Regelung sieht das Bundesprogramm einen Basisfördersatz von lediglich 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben vor. Zwar kann er sich für finanzschwache Kommunen auf bis zu 70 Prozent erhöhen. Doch in der Praxis profitieren von diesen Höchstsätzen die wenigsten Regionen. Am Beispiel Bayerns wird das strukturelle Problem besonders deutlich: Dort fallen mehr als drei Viertel aller potenziellen Zuwendungsempfänger unter den mageren Basisfördersatz. Kaum ein Prozent der Kommunen erfüllt die Kriterien für die maximale Bundesunterstützung. Ohne zusätzliche Hilfe würde das bedeuten, dass die lokalen Akteure und Kommunen einen Eigenanteil von bis zu 50 Prozent der enormen Investitionskosten selbst stemmen müssten – eine Summe, die für die meisten Gemeinden unbezahlbar ist.

Dass die Gigabitförderung 2.0 überhaupt so gut angenommen wird, liegt laut dem Bundesrat einzig und allein an den Bundesländern. Diese springen seit langem auf freiwilliger Basis ein, kofinanzieren die Projekte und heben die Förderquote dadurch auf ein für die Kommunen attraktives Niveau. Dadurch schrumpft der verbleibende Eigenanteil für die Kommunen auf ein Minimum zusammen. Doch dieser Zustand ist aus Sicht der Länder nicht länger tragbar. Die freiwillige Kofinanzierung binde immense finanzielle Mittel in den Landeshaushalten und stelle eine Belastung dar, die sie auf Dauer kaum noch bewältigen könnten.

Der Bundesrat untermauert seine Forderung mit einem Verweis auf das Grundgesetz. Gemäß Artikel 87f liegt die originäre Verantwortung für den Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur beim Bund sowie bei den privaten Telekommunikationsunternehmen. Wo der privatwirtschaftliche, eigenwirtschaftliche Ausbau scheitere, weil er sich für die Unternehmen schlicht nicht rechnet, müsse daher der Bund einspringen und seiner verfassungsmäßigen Pflicht nachkommen. Die Richtlinie müsse daher kurzfristig überarbeitet werden, um den Basisfördersatz deutlich anzuheben und die Konditionen so anzupassen, dass kommunale Investitionen nicht durch zu hohe Eigenanteile ausgebremst oder gar ganz verhindert werden. Ferner soll die Bundesregierung der Länderkammer zeitnah über den Fortschritt dieser Novelle berichten.

Während die Politik über die Verteilung von Steuergeldern streitet, betrachten Branchenverbände die staatlichen Subventionen generell mit Skepsis. Sowohl der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) als auch der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) kritisieren seit Langem, dass der geförderte Ausbau oft das Gegenteil von dem bewirke, was er eigentlich beschleunigen solle. Nach ihrer Einschätzung laufen Glasfaser-Ausbauprojekte in Deutschland dann am schnellsten, effizientesten und marktorientiertesten, wenn sie ohne staatliche Geldspritzen auskommen. Geförderte Projekte seien von Natur aus langwierig und mit immensen bürokratischen Hürden verbunden. Eine Ausnahme im staatlichen Förderdschungel stellt für die Verbände lediglich das im Jahr 2024 gestartete Lückenschlussprogramm dar. Damit lasse sich gezielt dort anzusetzen, wo der Markt tatsächlich versagt.

Stefan Krempl

Mittwoch, 5. November 2014

D21-Digital-Index: Stillstand bei der vernetzten Gesellschaft

Deutschland ist 2014 auf dem Weg in die digitale Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,1 Indexpunkte vorangekommen, geht aus einer Studie der Initiative D21 hervor. Fast ein Viertel der Deutschen bleibt offline.

Der digitale Wandel ist in Deutschland nach wie vor nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. 76,8 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren nutzen aktuell das Internet, während es 2013 noch 76,5 Prozent waren. Parallel hat sich auch der Gesamtindex, der für den Grad der gesellschaftlichen Digitalisierung der Bevölkerung in ihrer Vielschichtigkeit zwischen Privat- und Arbeitsleben stehen soll, in den vergangenen anderthalb Jahren von 51,2 auf 51,3 Punkten kaum nach oben bewegt. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie von TNS Infratest im Auftrag der Initiative D21 hervor.

Wer hierzulande drin ist, verbringt zwar durchschnittlich drei Stunden online, ist im erweiterten (N)onliner-Atlas nachzulesen. Fast alle Nutzer suchen im Netz nach Inhalten und Informationen. E-Commerce und Videos gucken sind für zwei Drittel der Internetnutzer regelmäßige Praktiken und Cloud-Anwendungen finden verstärkt Zuspruch. Der Anteil der weniger im Netz aktiven Nutzertypen ist 2014 auch leicht gesunken. Dennoch besteht der Studie zufolge nach wie vor eine "strukturelle Benachteiligung" in der Online-Welt. Dieser digitale Graben werde durch Alter, Geschlecht, Bildung und Wohnort bestimmt. Das Schlusslicht digitaler Souveränität bildeten wieder die Senioren im Netz.

Sogar ein "sehr schwach ausgeprägtes Datenbewusstsein" haben die Forscher bei ihren rund 30.000 Telefoninterviews zwischen Februar und April sowie einer vertieften Online-Befragung im Sommer bei den Deutschen ausgemacht, die doch eigentlich als Vorreiter beim Datenschutz gelten. 39 Prozent seien zwar bereit, für eine Sicherheitsgarantie zu bezahlen. Aber 14 Prozent möchten persönliche Informationen gegen einen kostenlosen Service tauschen. Insgesamt seien die Nutzerzahlen bei sozialen Netzwerken und datenschutzhungrigen Anwendungen wie WhatsApp hoch.

Es bestehe so eine "Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit", meinen die Autoren. Diese mache deutlich, dass es noch "massiven Aufklärungsbedarf" gebe und das "digitale Bauchgefühl" verbessert werden müsse. Möglichkeiten zum Selbstschutz würden kaum in Anspruch genommen.

An einzelnen Stellen schimmert Hoffnung durch. Berufstätige etwa verfügen mit 60,2 Punkten über einen höheren Digitalisierungsgrad als der Bundesdurchschnitt. Die Wirtschaft kann zudem auf digital versierten Nachwuchs setzen, denn die 14- bis 25-Jährigen haben mit 69 Punkten einen hohen Indexwert und so wohl entsprechende Ansprüche an ihren künftigen Arbeitsplatz. Gleichzeitig zeigt die Analyse aber auch eine Verschlechterung der Bedingungen für digitales Arbeiten, etwa durch eingeschränkte Internetzugänge im Beruf oder fehlende Weiterbildungen.

Der D21-Digital-Index beruht auf über 200 Faktoren, die in den Themenbereichen Zugang, Nutzungsvielfalt, Kompetenz und Offenheit zusammengefasst werden. Diese werden rechnerisch zu vier Subindizes verdichtet und münden mit unterschiedlicher Gewichtung in der übergreifenden Gesamtmaßzahl. Die Marktforscher überprüfen die "Währung", die auf einer Skala zwischen 0 und der Idealgröße 100 dargestellt wird, nach eigenen Angaben durch Diskussionen mit Experten. Diese haben der Kompetenz im Umgang mit digitalen Medien mit 40 Prozent die höchste Gewichtung zuerkannt, gefolgt von der Zugangsdimension.

Im Großen und Ganzen attestiert die Untersuchung den Deutschen "Stillstand beim Souveränitätsaufbau" rund um die Welt aus Einsen und Nullen. Der Unterindex Zugang verzeichnet zwar eine leichte Verbesserung von 54 auf 57 Punkte. So ist etwa der Anteil der Smartphone-Besitzer um zwölf Punkte von 41 auf 53 Prozent angestiegen. Andererseits ist die Breitbandnutzung nur von 58,3 auf 59,2 Prozent ganz leicht nach oben gegangen.

Auffällig ist der Rückgang der Kompetenz um 2,5 Indexpunkte auf 48. Dies sei vor dem Hintergrund zu sehen, heißt es erläuternd, dass "die Komplexität der Berichterstattung zu digitalen Themen nach den Datenskandalen und Snowden-Enthüllungen deutlich angestiegen" sei.

Etwa drei Viertel der Deutschen ab 14 Jahren konnten die Begriffe Antivirensoftware, Homepage oder soziale Netzwerke erklären. Sieben von zehn Befragten hatten eine Erläuterung für Apps parat. Mit fast allen übrigen abgefragten Begriffe konnte weniger als die Hälfte der Bundesbürger Genaueres anfangen. Darunter sind im IT-Bereich gängige Wörter wie Cookies, Cloud, LTE ebenso wie Fachbegriffe wie Smart Grid, worunter nur sechs Prozent Details verbinden.

Sechs von zehn Deutschen ab 14 Jahren sehen viele Vorteile für sich in der Internetnutzung und suchen Informationen zuerst im Netz. Auf gleichem Niveau ist die Sorge, dass persönliche Daten im Internet abhanden gehen könnten. Andererseits begegnen einige Menschen der digitalen Welt mit größtmöglicher Zurückhaltung oder gar Ängsten: Ein Fünftel der Bevölkerung versucht, das Internet weitestgehend zu meiden. 16 Prozent haben Angst vorm Surfen oder Mailen, da sie sich ihrer Meinung nach zu wenig mit Computer-, Internet- und Technikthemen auskennen.

Bei den ausgemachten Nutzertypen notieren die Verfasser, dass der Anteil der "digital Souveränen" gegenüber 2013 leicht zugenommen habe. Ins Auge steche der Zuwachs an "smarten Mobilisten", die statt drei jetzt sechs Prozent stellten. Auch der "reflektierte Profi" habe sich um drei Punkte auf 18 Prozent ausgedehnt. "Außenstehende Skeptiker", die zusammen mit den "häuslichen Gelegenheitsnutzern" nach wie vor mit insgesamt 56 Prozent die größten Gruppen bilden, und "vorsichtige Pragmatiker" hätten sich parallel um je drei Prozentpunkte verkleinert. In die Königskategorie der "passionierten Onliner" werden statt 15 nur noch 13 Prozent eingeordnet.

"Wir müssen von einer Angst- zu einer Gestaltungsdebatte kommen", forderte D21-Vizepräsident Robert Wieland anhand der Resultate. Vor allem beim Fördern digitaler Kompetenzen bestehe "kontinuierlicher Handlungsbedarf", unterstrich der TNS-Infratest-Geschäftsführer. Es werde immer schwerer, neue Nutzergruppen zu erschließen. "Nicht wirklich überraschend" fand Brigitte Zypries (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, die Ergebnisse. Sie sollten als Diskussionsgrundlage dienen, "wo wir besser werden können ". Es müsse aber "auch nicht jeder das Internet nutzen, um glücklich zu werden".

Langfassung eines Beitrags für heise online.