Unbekannte erbeuten offenbar hunderte Gigabyte an Daten von der Europa-Plattform der EU-Kommission. Interne Systeme der Brüsseler Behörde sollen aber sicher geblieben sein.
Die EU-Kommission kämpft mit den Folgen eines schwerwiegenden Sicherheitsvorfalls.
Erste Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Angreifer erfolgreich Daten von den betroffenen Webseiten extrahieren konnten. Ein namentlich nicht bekannter Akteur behauptet laut Bleeping Computer sogar, Zugriff auf mindestens ein AWS-Cloud-Konto der Kommission erlangt zu haben. Dabei sollen rund 350 Gigabyte an Daten abgeflossen sein, darunter umfangreiche Datenbanken sowie Informationen über Mitarbeiter der EU-Institutionen. Als Beleg für das Eindringen kursieren Screenshots im Netz, die unter anderem Verzeichnisse eines Mailservers und persönliche Details von Kommissionsangestellten zeigen sollen. Der mutmaßliche Angreifer gab an, auf Erpressungsversuche verzichten zu wollen und stattdessen eine spätere Veröffentlichung der Daten zu planen.
Trotz der Brisanz der entwendeten Informationen betont die Kommission, dass ihre internen IT-Systeme nicht von dem Vorfall betroffen gewesen seien. Durch eine schnelle Reaktion des IT-Sicherheitsteams (CERT-EU) habe der Angriff zügig eingedämmt werden können. Die Verfügbarkeit der Webseiten sei zu keinem Zeitpunkt unterbrochen worden. Gleichzeitig seien umfassende Maßnahmen zur Risikominimierung eingeleitet worden. Die Institution ist derzeit damit beschäftigt, jene EU-Einrichtungen zu informieren, deren Daten potenziell in die Hände der Cyberkriminellen gefallen sein dürften. Die genaue Analyse des Schadensausmaßes dauert unterdessen an.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Angriffen auf europäische Institutionen.
Der Zeitpunkt des Angriffs ist für Brüssel besonders unangenehm. Erst im Januar 2026 hatte die Kommission ein neues, umfangreiches Cybersicherheitspaket vorgestellt, das die kollektive Verteidigung der Gemeinschaft stärken soll.
Stefan Krempl
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